Bruststraffung (Mastopexie)

Eine Bruststraffung, auch Mastopexie genannt, kann das Selbstwert- und Lebensgefühl deutlich steigern. Besonders nach mehreren Schwangerschaften, starkem Gewichtsverlust durch eine Diät oder altersbedingt kommt es häufig zu einem Erschlaffen des Gewebes. Da die Rückbildungskapazität des Bindegewebes nur begrenzt ist, sinkt die Brust im Laufe der Zeit ab.

Obligat ist in angemessenem Zeitraum vor der Operation eine Vorsorgeuntersuchung der Brust durch Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt mit bildgebender Diagnostik (entsprechend der fachärztlichen Empfehlung, z.B. Ultraschall).

Ablauf einer Bruststraffung

Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch, in welchem wir unter anderem Ihre Krankengeschichte und Wünsche erfragen, wird Ihre Brust genau vermessen und untersucht, auch im Hinblick auf die Hautqualität und -elastizität. Die Hautqualität wird unter anderem durch Schwangerschaften oder starke Gewichtsschwankungen beeinflusst. Hierbei können sogenannte Striae distensae (Dehnungsstreifen) in der Haut auftreten. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Haut keine gute Rückbildungskapazität aufweist. Diese Elastizität spielt bei der Heilung und für das Endergebnis und seine Stabilität eine wichtige Rolle. Wenn sich die Haut nach der Operation nicht richtig zurückbildet, bleibt ein Hautüberschuss an der Raffungsstelle bestehen, der ästhetisch meist störend ist.

Je nach Untersuchungsbefund wird die Methode erklärt, die für Ihren Fall am besten zur Straffung der Brust geeignet ist. So können Sie sich dann auch genau vorstellen, wo die Narben am Ende verlaufen werden.

Als Maximalvariante verläuft die Schnittführung um den Brustwarzenhof, ein weiterer, senkrechter Schnitt vom unteren Warzenhof senkrecht über die untere Hälfte der Brust und schließlich ein geschwungener Schnitt waagerecht in der Hautumschlagfalte unterhalb der Brust. Unter bestimmten Bedingungen kann auf die vertikale und/oder horizontale Schnittführung verzichtet werden, so dass am Ende weniger Narben zu sehen sind. Ein Schnitt um die Brustwarze ist allerdings immer notwendig, da diese nach oben verschoben werden muss.

Bei der Technik nach Lejour (i-Schnitt) wird der bestehende Hautüberschuss gerafft, um die Narbe in der Unterbrustfalte zu vermeiden. Hierfür muss allerdings eine gute Hautqualität und -elastizität vorliegen, da man sonst mit einem ästhetisch nicht ansprechenden Ergebnis rechnen und ggf. nachoperieren muss. Tritt ein solcher Hautüberschuss an der Narbe auf, kann dieser jedoch in einer zweiten OP, circa ein halbes Jahr später unter örtlicher Betäubung, entfernt werden.

Wenn der Abstand zwischen Brustwarze und Unterbrustfalte bzw. zwischen Schlüsselbeingrube und Brustwarze entsprechend lang ist, reicht ein i-Schnitt meist nicht aus. Dann wird ein weiterer Schnitt in der Unterbrustfalte gesetzt. Dabei entsteht eine Narbe in Form eines umgekehrten Ts bzw. eine sogenannte Ankerform. Dies wird notwendig, wenn der Hautüberschuss besonders groß sein sollte. Schließlich wollen wir ein schönes und vor allem für Sie zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.

Generell wird bei einer Bruststraffung der Brustwarzen-Vorhof-Komplex auf das richtige Niveau angehoben. Dabei wird der gestielte Komplex (Nerven und Blutgefäße verbleiben am Warzenhof) nach oben versetzt. Die Brustwarzen und der oftmals zu große Brustwarzenvorhof können in diesem Eingriff auch gleich noch angleichend verkleinert werden. Zudem wird das Brustdrüsengewebe neu geformt und ebenfalls nach oben versetzt, um eine schöne, volle Brustform zu erreichen.

Anschließend wird die überflüssige Haut entfernt und die Brust durch das Zusammennähen an den Resektionsstellen gestrafft. Zum besseren Abfluss von Wundflüssigkeit wird eine kleine Drainage unter die Haut gelegt, die zumeist schon am nächsten Tag wieder gezogen werden kann.

Nach der Bruststraffung

Nach der Operation passen wir Ihnen noch im Operationssaal einen speziellen BH an und leiten Sie in unseren Aufwachraum über, wo Sie von einer qualifizierten Mitarbeiterin/einem qualifizierten Mitarbeiter betreut und überwacht werden. Sie bekommen noch in Narkose einen Schmerzblock gesetzt, damit Sie möglichst schmerzfrei erwachen. Die notwendige Schmerztherapie wird dann im Anschluss individuell eingestellt.

In der Regel können Sie noch am gleichen Abend wieder nach Hause. Für die nächsten 24 Stunden sollten Sie aber eine vertraute, erwachsene Person an Ihrer Seite haben, die auf Sie aufpasst und im Notfall handeln kann.

Am nächsten Tag erfolgt die erste Nachkontrolle mit Verbandswechsel, bei der in den meisten Fällen auch schon die Drainage entfernt wird. In regelmäßigen Abständen bestellen wir Sie dann für weitere Kontrolltermine und Verbandswechsel ein.

Nach circa 10 Tagen können die an der Hautoberfläche sichtbaren Fädchen gekürzt werden. Wir verwenden für die Bruststraffung resorbierbares Fadenmaterial, d.h. über einen definierten Zeitraum verbleibt der Faden im Körper und löst sich dann von alleine auf. So muss nicht der ganze Faden gezogen werden. Danach dürfen Sie auch das erste Mal wieder richtig duschen. Vorher sollten Sie sich im Oberkörperbereich nur waschen, um das Einbringen von Bakterien und Reinigungsprodukten sowie Hautirritationen an den Narben zu vermeiden.

Die speziellen Wundpflaster belassen wir gerne bis zu 3 Wochen auf den Hautwunden, da Studien gezeigt haben, dass es sich so eine schönere Narbenbildung einstellt. Dann können wir auch gemeinsam entscheiden, ob eventuell noch eine spezielle Narbenpflege notwendig ist. Dazu geben wir Ihnen gerne Empfehlungen zu entsprechenden Cremes, Silikonpflastern oder Nahrungsergänzungsmitteln, welche wir zum Teil in unserer Praxis für Sie vorhalten oder Ihnen rezeptieren.

Für die nächsten 6 Wochen müssen Sie Tag und Nacht einen speziellen Kompressions-BH tragen, den Sie auch bei uns in der Praxis erwerben können, sollten Sie ein Wechselmodell favorisieren. Zudem sollten Sie in dieser Zeit starke Sonneneinstrahlung oder Solariumbesuche vermeiden, da sich sonst die frischen Narben verfärben können.
Bei einem komplikationslosen Heilungsverlauf ist keine Antibiose notwendig. Auch Schmerzmittel kommen in den seltensten Fällen länger als 3 Tage zum Einsatz. Schlafen Sie möglichst die erste Zeit nach der Operation nur auf dem Rücken, um das neu geformte Brustgewebe zu schützen.

Nach circa einem halben bis ein Jahr können Sie mit dem endgültigen Resultat rechnen. Entscheiden für das Endergebnis und seine Dauerhaftigkeit ist letztendlich nicht nur die Operationstechnik, sondern auch individuelle Faktoren wie die Beschaffenheit Ihres Hautmantels und Drüsengewebes sowie Ihre Narbenbildung.

Wie lange sollte man nach einer Schwangerschaft mit der Bruststraffung warten?

Mindestens 9 Monate nach der Schwangerschaft. Wenn Sie stillen, dann mindestens ein halbes Jahr nach dem Abstillen. In der Schwangerschaft und Stillzeit kommt es noch zu großen hormonellen Veränderungen, die das Brustgewebe in Struktur und Größe beeinflussen. Erst wenn sich das Drüsengewebe und die Haut wieder vollständig zurückgebildet haben, macht eine Bruststraffung Sinn.

 

Für wen macht eine Bruststraffung keinen Sinn?
Wenn Sie Vorhaben in nächster Zeit schwanger zu werden oder gerade dabei sind Gewicht zu verlieren, macht eine Bruststraffung noch keinen Sinn. Durch massiven Gewichtsverlust kommt es natürlich auch zum Abbau von Brustfettgewebe und einer Erschlaffung der Haut, wodurch die Brust, selbst nach einer bereits erfolgten Bruststraffung, wieder hängen kann. Ihr Gewicht sollte also mindestens ein halbes Jahr vor Operation stabil sein.

 

Kann ich nach einer Bruststraffung noch stillen?
Grundsätzlich ist bei unseren Operationstechniken ein Stillen weiterhin möglich. In seltenen Fällen kann die Stillfähigkeit nach einer Bruststraffung jedoch eingeschränkt sein.

 

Wie lange dauert die Operation?
Die Operation dauert in der Regel 2,5 bis 3 Stunden, abhängig vom individuellen Befund.

 

Welche Narkose ist bei einer Bruststraffung notwendig?
Die Operation wird nur unter Vollnarkose durchgeführt. Während der gesamten Zeit werden Sie dabei von unserem anästhesiologischen Facharzt überwacht.

 

Welche Komplikationen können auftreten?
Risiken bestehen bei jedem Eingriff, sei es durch die Narkose oder die Operation an sich. Doch durch unsere langjährige Erfahrung und intensive Betreuung werden diese minimiert. Komplikationen können auch nach der Operation noch auftreten.
Aufgrund der Umschneidung der Warzenhöfe, des Durchtrennens von Nerven und Blutgefäßen und der Neuformung des Drüsengewebes kann es zu einem Taubheitsgefühl oder zu einer gesteigerten Sensibilität an den Brustwarzen und anderen Teilen der Brusthaut nach der Bruststraffung kommen. In den meisten Fällen gleicht sich die Empfindsamkeit nach Wochen, zum Teil auch Monaten, wieder vollständig an. Sehr selten kommt es zu einem dauerhaften Taubheitsgefühl in den Brustwarzen. Auch Gefühlsstörungen im Narbenbereich sind möglich, lassen aber zumeist ebenfalls mit der Zeit nach.
Eine ausführliche Beschreibung möglicher Komplikationen finden Sie hier.

 

Wie lange hält eine Bruststraffung?
Besonders bei Patientinnen mit einer eher schlechten Hautqualität kommt es durchaus dazu, dass das Gewebe nachgibt, d.h. je nach Ausgangsbefund kann die obere Fülle mit der Zeit wieder verloren gehen. Auch hormonelle Einflüsse wie Schwangerschaft und Menopause haben einen Einfluss auf das Aussehen der Brust. Grundsätzlich durchläuft die operierte Brust den normalen Alterungsprozess, so dass es individuell verschieden ist, ob und wann man eine weitere Operation benötigt, um ein für sich befriedigendes ästhetisches Ergebnis langfristig zu erhalten.

 

Kann ich eine Bruststraffung mit einer Brustvergrößerung kombinieren?
Ja, das ist möglich, oft sogar sinnvoll bei kleinen, schlaffen Brüsten, um eine schöne Form und Größe zu erlangen. Dabei können sie zwischen verschiedenen Implantaten oder einer Eigenfetttransplantation (Lipofilling) wählen.

 

Wann darf ich wieder Sport machen?
Sie sollten Aktivitäten, bei denen es zu Erschütterungen der Brust oder starkem Zug auf die Narben kommt, wie beispielsweise Joggen, vermeiden. Nach etwa 6 Wochen können Sie mit leichtem Sport beginnen und sich dann langsam steigern. Bis dahin sollten Sie sich körperlich schonen und die Brust ruhig halten.

 

Was kostet eine Bruststraffung?
Bei einer Bruststraffung müssen Sie mit Kosten ab etwa 6.500 € rechnen. Eine reine Brustwarzenstraffung kostet ab etwa 2.000 €. Die Kosten sind abhängig vom Zeit- und Medikamentenaufwand und setzen sich aus den Kosten für die Operation, die Narkose und die postoperative Betreuung zusammen.

 

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für eine Bruststraffung?
Nein, es handelt sich bei einer Bruststraffung um einen Eingriff aus rein ästhetischen Gründen. Nur in Ausnahmefällen von schwerer körperlicher Beeinträchtigung kommt es vor, dass anfallende Kosten von der Krankenkasse übernommen werden.

FAQ

OP-DAUER: ab 2,5 Stunden

NARKOSEFORM: Vollnarkose

KLINIKAUFENTHALT: ambulant oder stationär 1-3 Übernachtungen

SCHMERZEN: gering

NACHBEHANDLUNG: Kompressions-BH für 6 Wochen

GESELLSCHAFTS- BZW- ARBEITSFÄHIGKEIT: je nach Befund nach 7 – 21 Tagen

SPORT: nach 6 Wochen, Vollbelastung nach 12 Wochen

KOSTEN: ab 6.500 €

Lassen Sie sich beraten!

Gerne informieren wir Sie ausführlich zu dieser Behandlung. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen sich individuell und ganz persönlich beraten.

030 - 94 041 144
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