Brustvergrößerung mit Eigenfett (Lipofilling)

Die Brustvergrößerung ist heutzutage einer der häufigsten Eingriffe in der ästhetischen Chirurgie. Die Gründe hierfür sind sehr individuell. Die Brustvergrößerung mit autologem Eigenfett (Lipofilling) wird oftmals als natürlicher empfunden und richtet sich vor allem an Frauen, die einen moderaten Vergrößerungswunsch haben und ein Silikonimplantat als eher störend empfinden. Das Lipofilling eignet sich darüber hinaus hervorragend dazu, Volumen- und Formdefekte aufzufüllen (z.B. bei angeborenen Fehlbildungen der Brust wie Asymmetrien und tubulären Brustdeformitäten oder nach vorherigen Operationen) oder sich abzeichnende sowie tastbare Silikon-Implantat-Ränder abzumildern. Die Vorteile dieser Methode liegen vor allem in der Möglichkeit der Gewebsmodulation und in einem natürlichen Erscheinungsbild sowie einer Verbesserung der Hautqualität. Durch die Verwendung des eigenen Fettgewebes fühlt sich die Brust weiterhin natürlich an.

Obligat ist in angemessenem Zeitraum vor der Operation eine Vorsorgeuntersuchung der Brust durch Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt mit bildgebender Diagnostik (entsprechend der fachärztlichen Empfehlung, z.B. Ultraschall).

Ablauf einer Brustvergrößerung mit Eigenfett

Im Beratungsgespräch gehen wir ganz individuell auf Ihre Wünsche ein und nehmen uns Zeit, Ihnen alles genau zu erklären. Zuerst führen wir ein ausführliches Anamnesegespräch, um mögliche Risiken aufzudecken und Ihre Vorstellungen insbesondere im Hinblick darauf, was tatsächlich umsetzbar ist, zu besprechen. Im Anschluss werden die potenziellen Liposuktionsstellen und die Brust genau untersucht und vermessen.

Bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett wird Fettgewebe aus Ihren “Problemzonen” entnommen, was natürlich einen schönen Nebeneffekt darstellen kann. Mittels eines speziellen Instrumentariums wird das Fettgewebe dann steril aufbereitet und in mehreren Schichten in die Empfängerregion eingebracht. Voraussetzung dafür ist, dass ausreichend Fettgewebsmengen zur Verfügung stehen. Denn zumeist findet nur ein Teil des implantierten Fetts an der Empfängerstelle auch tatsächlich Anschluss an das ortsständige Blutgefäßsystem. Das bedeutet für Sie, dass, je größer Ihre Vorstellung der Endgröße Ihrer Brust aussieht, desto mehr Sitzungen gegebenenfalls realisiert werden müssen.

Klarer Vorteil beim Lipofilling ist, dass man zum einen überschüssiges Fett an Stellen, die Sie stören, entfernt und zum anderen den Eingriff mehrfach wiederholen kann, bis die gewünschte Fülle erreicht ist. Dies setzt eine transparente Planung voraus. Zugleich lässt sich die Brust durch das körpereigene Fett äußerst natürlich und schön formen. Oftmals verbessert sich durch die neu eingebrachten Stammzellen (bis zu 30% der Fettzellen) die Straffheit und Durchblutung der Haut und damit die gesamte Gewebequalität der Brust.

Bei der Fettabsaugung wird so viel Fettgewebe entnommen, wie für die Brustvergrößerung notwendig ist. Natürlich können wir, auf Ihren Wunsch hin, auch an weiteren Regionen mehr absaugen. Das Fett wird, wie bei der normalen Liposuktion, mittels eines Vibrationssystems an den entsprechenden Körperstellen abgesaugt. Anschließend wird dieses in einem speziellen Filtersystem aufbereitet. Das filtrierte Fett wird unter Zuhilfenahme einer feinen Kanüle in die unterschiedlichen, gut durchbluteten Bereiche und Schichten des Brustgewebes (Haut, Unterhautfettgewebe und Muskulatur) tröpfchenförmig eingebracht. Hierdurch können wir Ihre Brust sehr natürlich formen. Die transplantierten Fettzellen müssen anschließend eine Verbindung zum Blutgefäß- bzw. Mikrozirkulationssystem des Brustgewebes herstellen. Es ist individuell sehr unterschiedlich, wie viel Fettgewebe letztendlich angenommen wird. Nach unseren Erfahrungen und aktuellen Studien werden jedoch im Schnitt immerhin circa 60 Prozent des implantierten Gewebes integriert. Pro Sitzung werden in der Regel 100 bis 200 ml Fettgewebe pro Brust eingebracht. Bei Unebenheiten, Asymmetrien oder zur Betonung des Dekolletés reicht zumeist schon eine geringere Menge Fett aus. Bei Patientinnen, die bereits eine große Brust haben, so dass entsprechend viel Gewebe vorliegt, kann auch mehr als 200 ml Fett infiltriert werden. Ebenso kann die infiltrierte Menge bei den Folgesitzungen manchmal erhöht werden.

Reicht das eigene Körperfett für Ihre Wunschvorstellung nicht aus, kann das Lipofilling mit dem Einsetzen von Implantaten kombiniert werden.

An den Liposuktionsstellen sind die Schnitte etwa einen halben Zentimeter breit, im Bereich der Brust sogar zumeist kleiner. Wir versuchen natürlich, so wenig wie möglich Schnitte zu setzen und damit auch so wenig wie möglich Narben zu verursachen. Wenn möglich, nutzen wir Hautfalten oder gegebenenfalls alte Narben für die Zugänge.

Die Operationszeit ist sehr individuell und hängt davon ab, wie viel Fett aus wie vielen Bereichen bei der Liposuktion entnommen wird und wie viel davon letztendlich in die Brust transplantiert werden soll.

Nach der Brustvergrößerung mit Eigenfett

Nach der Operation kommen Sie in unseren Aufwachraum, wo Sie von einer qualifizierten Mitarbeiterin/einem qualifizierten Mitarbeiter betreut und überwacht werden. Die notwendige Schmerztherapie wird individuell eingestellt.

Da der Eingriff ambulant in einer Dämmerschlafnarkose (Analgosedierung) stattfindet, können Sie noch am gleichen Tag wieder nach Hause gehen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass Sie eine vertraute, erwachsene Person an Ihrer Seite haben, die auf Sie aufpasst und im Notfall handeln kann.

Die erste Nachkontrolle mit Verbandswechsel erfolgt am nächsten Tag. In den ersten Tagen kann aus den kleinen Einstichen der Fettgewebsentnahmestellen noch Flüssigkeit austreten, was normal und zuträglich ist und Sie nicht beunruhigen sollte.

Die oberflächliche Wundheilung ist meist bereits nach einer Woche abgeschlossen. In der Regel werden die Hautschnitte nur geklebt und nicht genäht. Sollten wir uns jedoch für eine Naht entscheiden, dann nutzen wir sehr feines, dünnes Nahtmaterial, das nach circa sieben Tagen, bei der zweiten Nachkontrolle, gezogen werden kann.

Weitere Nachkontrollen und Verbandswechsel finden anschließend in regelmäßigen Abständen statt. Bei den Nachuntersuchungen geben wir zudem je nach Befund auch entsprechende Empfehlungen zur richtigen Narbenpflege.

Für 6 Wochen müssen Sie im Bereich der Liposuktion Kompressionswäsche anlegen. Ebenso müssen Sie für diese Zeit einen BH tragen, der die Brust unterstützt, aber nicht zu sehr einengt. Oft wird die Brust in den ersten ein bis zwei Wochen mit einem speziellen Tapeverband abgeklebt.

In dieser Zeit sollten Sie sich auch körperlich schonen und keinen Sport machen. Je nach Befund und Entnahmestellen können Sie unter Umständen bereits nach 2-3 Wochen wieder mit längeren Spaziergängen o.ä. starten. Das entscheiden wir aber immer ganz individuell. Danach können Sie wieder mit leichter sportlicher Aktivität beginnen und sich nach und nach steigern. Sportarten, die besonders viel Druck auf die Brust ausüben oder zu Erschütterungen führen, sollten Sie zu Beginn unbedingt vermeiden.

Ebenso empfiehlt es sich, in den ersten Wochen nach der OP nur auf dem Rücken zu schlafen, um das empfindliche Brustgewebe zu schützen.

Mit dem endgültigen Ergebnis können Sie nach circa vier bis sechs Monaten rechnen. Ab diesem Zeitpunkt könnte man in einer weiteren Sitzung das Lipofilling der Brust wiederholen.

Wie lange dauert die Operation?

Die Operation dauert in der Regel 1,5 bis 3 Stunden, abhängig davon, wie viele Regionen abgesaugt werden sollen und wie viel Fett in die Brust transplantiert wird.

Welche Narkose ist bei einer Brustvergrößerung mit Eigenfett notwendig?
Die ambulante Operation wird in einer Dämmerschlafnarkose durchgeführt, d.h. Sie können selbstständig atmen und sind auch ansprechbar. Sie selbst empfinden die Operationssituation jedoch als angenehm und haben meist keine deutliche Erinnerung an die Operation. Während der gesamten Zeit werden Sie dabei von unserem anästhesiologischen Facharzt überwacht.

Welche Komplikationen können auftreten?
Risiken bestehen bei jedem Eingriff, sei es durch die Narkose oder die Operation an sich. Mit der richtigen Technik und unserer Expertise minimieren wir allerdings sämtliche Risiken und beugen Komplikationen so weit wie möglich vor. Komplikationen können allerdings auch noch nach der Operation auftreten.
Umbauprozesse im Brustgewebe nach einem Lipofilling, die zu Fibrosierung, Verkalkungen oder gar Ölzysten führen, können vorkommen. Die meisten solcher Veränderungen sind aber so klein, dass sie vom Patienten nicht wahrgenommen werden können und auch keine gesundheitlichen Auswirkungen haben.
In sehr seltenen Fällen kommt es bei Patientinnen vor, dass das transplantierte Fettgewebe nur wenig bis gar nicht angenommen und wieder abgebaut wird. Ebenso kann die Einheilungsrate natürlich auch über den durchschnittlichen 60% liegen.
Eine ausführliche Beschreibung möglicher Komplikationen finden Sie hier.

Für wen ist eine Brustvergrößerung mit Eigenfett geeignet?
Gut eignet sich die Eigenfetttransplantation zum Ausgleich von Asymmetrien oder angeborenen Fehlbildungen der Brüste, da hier die Formung besonders gut und natürlich vorgenommen werden kann im Vergleich zur Brustvergrößerung mit Implantaten. Eine generelle Brustvergrößerung mit Eigenfett kann nur vorgenommen werden, wenn ausreichend Fettgewebe an anderen Körperstellen entnommen und aufbereitet werden kann.

Für wen macht eine Brustvergrößerung mit Eigenfett keinen Sinn?
Bei Patientinnen ohne ausreichende Eigenfettdepots oder Größenvorstellungen, die sich nicht in Einklang mit der transplantierfähigen Menge bringen lassen, empfehlen wir die autologe Eigenfetttransplantation nicht. Auch wenn Sie noch in einer Phase sind, wo Sie gezielt abnehmen, sollten Sie warten, bis Sie Ihr Endgewicht erreicht und mindestens ein halbes Jahr lang stabil gehalten haben. Denn sobald Sie nach der Operation Gewicht verlieren, verkleinert sich das transplantierte Fett auch in der Brust.
Nach einer Schwangerschaft bzw. nach dem Abstillen sollten Sie die Rückbildungszeit von neun Monaten abwarten, da es hier noch zu großen hormonellen Einflüssen und Umbauprozessen im Brustgewebe kommt.
Bei der Untersuchung im Erstgespräch klären wir Sie ggf. darüber auf und können Sie über andere Möglichkeiten der Brustvergrößerung informieren.

Wie lange hält eine Brustvergrößerung mit Eigenfett?
Nach circa vier bis sechs Monaten sind die Umbauprozesse in der Brust abgeschlossen. Danach können wir beurteilen, wie viel Fettgewebe angenommen wurde und ob ggf. das Lipofilling wiederholt werden muss. Alterungsprozesse, starke Gewichts- oder hormonelle Schwankungen (z.B. Menopause, Schwangerschaft) können das Ergebnis im weiteren Verlauf beeinflussen.

Kann ich eine Brustvergrößerung mit Eigenfett mit einer Bruststraffung kombinieren?
Eine Bruststraffung sollte besser im Anschluss an eine Brustvergrößerung mit Eigenfett durchgeführt werden. Oft tritt durch die Verbesserung der Gewebequalität schon ein gewisser Straffungseffekt auf. Hierzu beraten wir Sie im Erstgespräch eingehend.

Wann darf ich wieder Sport machen?
Sie sollten Aktivitäten, bei denen es zu Erschütterungen der Brust oder starkem Zug auf die Narben kommt, wie beispielsweise Joggen, vermeiden. Nach etwa sechs Wochen können Sie mit leichtem Sport beginnen und sich dann langsam steigern. Bis dahin sollten Sie sich schonen und die Brust ruhig halten.

Was kostet einen Brustvergrößerung mit Eigenfett?
Die Kosten für eine Brustvergrößerung mit Eigenfett beginnen bei circa 5.000 €. Sollen mehrere Zonen abgesaugt werden, erhöht sich der Preis entsprechend. Der Gesamtbetrag setzt sich letztendlich aus den Kosten für die Anästhesie, die Liposuktion und die Eigenfetttransplantation sowie der postoperativen Betreuung zusammen.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für eine Brustvergrößerung mit Eigenfett?
Nein, es handelt sich bei einer Brustvergrößerung durch Lipofilling um einen Eingriff aus rein ästhetischen Gründen.
Bei einer Brustangleichung aufgrund einer angeborenen Fehlbildung, bei der der Volumenunterschied beider Brüste mehr als 50 Prozent beträgt, kann hingegen eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt werden.

 

Eignet sich die Brustvergrößerung mit Eigenfett für Frauen mit einer Krebserkrankung?
Für Frauen mit einer Krebserkrankung eignet sich das Verfahren nur unter bestimmten klinischen Bedingungen. Hierzu ist eine Einwilligung der/s behandelnden Gynäkologin/en oder Onkologin/en notwendig. Die Studienlage kann noch immer als nicht abgeschlossen betrachtet werden. Die Kosten werden nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse im ambulanten Sektor übernommen. Ob und unter welchen Umständen ein Antragsverfahren für Sie in Frage kommt, erörtern wir gerne ausführlich in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.

FAQ
OP-DAUER: 1,5 – 3 Stunden
NARKOSEFORM: Dämmerschlafnarkose
KLINIKAUFENTHALT: ambulant oder stationär 1 – 2 Tage
SCHMERZEN: gering
NACHBEHANDLUNG: Tragen von Kompressionswäsche für 6 Wochen
GESELLSCHAFT- BZW- ARBEITSFÄHIGKEIT: nach ca. 2-3 Tagen
SPORT: nach ca. 3 – 6 Wochen, Vollbelastung nach 12 Wochen
KOSTEN: ab 5.000 €

Lassen Sie sich beraten!

Gerne informieren wir Sie ausführlich zu dieser Behandlung. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen sich individuell und ganz persönlich beraten.

030 - 94 041 144
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